Heute war es soweit, der Vertrag wurde unterschrieben. Ich bin total happy dass ich einen tollen Salon mit super netten Mitarbeitern und einer fantastischen Chefin gefunden habe. Alles läuft nach Plan!
Als ich damals mit der Ausbildung zur Maskenbildnerin angefangen habe hätte ich mir nie gedacht, dass ich noch eine Friseurausbildung im Anschluss machen werde. Doch in den letzten Tagen habe ich eine Entscheidung getroffen.
Ich muss sagen, dass Roland Krämer daran nicht ganz unbeteiligt war. Nebenbei habe ich ja im Schloßparktheater gearbeitet. Dort habe ich den Chefmaskenbildner Roland Krämer kennengelernt. Nach mehreren Gesprächen sind wir einmal auf das Thema Friseur gekommen. “Eileen hast du eigentlich auch Friseur gelernt? Das ist nämlich schon wichtig, wenn man einmal mehr vor hat zu erreichen als die ewige Maskenassistenz zu sein, und bedeutsamere Positionen oder Jobs anstrebt.” Hmmm ja, aber noch eine dreijährige Ausbildung dranhängen? Nein niemals. Also habe ich bei der Innung angerufen und die sagten mir, dass ich aufgrund des Abis und der Ausbildung zur Maskenbildnerin auf 1,5 Jahre verkürzen kann. Fantastisch!
Nachdem sich viele immer beschweren wie schwer es doch sei einen Ausbildungsplatz zu finden, habe ich ganz andere Erfahrungen gesammelt. Mein Ablauf: 1. Tag Stellenangebot gesucht, angerufen, Vorstellungsgespräch gehabt. 2. Tag Probearbeiten. 3. Tag Vertrag unterschrieben.
Jetzt muss ich mit meinem Vertrag nur noch zur Innung und mir eine Prüfungsnummer geben lassen, danach zur Schule um die Formalitäten für die Verkürzung und alles Weitere zu klären. Am 1. September geht es dann los. Ich freue mich jetzt schon auf die Gesellenprüfung 2012, denn dann darf ich mich neben der Maskenbildnerin auch noch Friseurin nennen. Mein persönliches Optimum ist es dann auch noch den Meister zu machen. Na mal gucken ob ich das schaffe, drückt mir die Daumen!
Letztes Jahr habe ich bei einem Musikvideodreh mitgewirkt. Die Band Loudog hat den Song “Gone” performt und zum Regiekonzept gehörte natürlich auch ein Maskenkonzept, welches ich entwickelt habe.
Die Szenerie war ein Zirkus, welcher am alten Postbahnhof in Berlin war. Die Drehzeit war am Frühjahr 2009, so dass es wirklich kalt war! Aber die Sänger und Darsteller haben alle super mitgearbeitet, so dass die Maske, also ich , nicht allzu viele Hürden zu bewältigen hatte.
Vorab habe ich natürlich meine Ideen zu Papier gebracht und die Maskenentwürfe an die Regie weitergegeben. Diese wurden dann abgesegnet und dann ging es los. Die zwei Hauptcharaktere waren am aufwändigsten, haben aber zugleich am meisten Spaß gemacht. Die Band ist wirklich cool, so dass es ein tolles Erlebnis für mich war. Tolle Leute, tolles Team und vor allem eine klasse Idee um sich kreativ entfalten zu können. Hier gehts zur Band.
Die Prüfungsaufgabe der “Alte Mann” lief durchwachsen. Es musste eine Glatze geklebt werden, ein Bart aus der Hand, sowie ein vorgefertigter Schnurrbart. Ebenso eine Gelatinewunde auf der Hand.
Der erste Prüfungstag verlief mehr als heiß. Die armen Modelle schwitzten vor sich hin in der Saune, welche auch als Prüfungsraum diente . Bei vielen lösten sich wieder die Glatzen, weil die Modelle wie schon bereits erwähnt aufgrund der enormen Hitze in den Zimmern so schwitzten.
Der Kleber (Hassos Spezialkleber ) welcher für den Bart aus der Hand zum Haften der Haare diente konnte wegen dem Schwitzen der Modelle ebenfalls nicht richtig seine Haftkraft erfüllen, so dass die Barthaare dann nur noch geschnitten und nicht mehr gebrannt werden sollten. Schade, aber was soll man machen. Jedenfalls sollten die Modelle sichtbar altern, was mir meiner Meinung nach gelungen ist. Die Hitze im Klassenzimmer hatte allerdings noch mehr Einflüsse auf den “Alten Mann”. Nebenbei sollte auch noch eine Schürfwunde aus Gelatine auf dem Handrücken angebracht werden.
Meine Wunde war nicht nur den ganzen Vormittag über in dem kochendheißen Prüfungsraum, sondern stand auch noch direkt neben dem Ondulierofen, welcher natürlich die ganze Zeit über an war. Und da erging es mir dann wie vielen anderen, dass sich die Gelatine verflüssigte und natürlich keine Wunde mehr da war die man auf dem Handrücken hätte kleben können.
Ich hab mir dann schnell noch eine Alternative einfallen lassen, so dass ich wenigstens etwas Wundenähnliches auf die Hand bringen konnte. Naja, aus sowas lernt man dann wohl!
Der Don Quijote De La Mancha war ein sehr wichtiges Prüfungsthema am zweiten Tag. Lange habe ich gegrübelt wie er wohl aussehen soll. Mein Ergebnis stellt mich von der Idee her sehr zufrieden.
Der Don Quijote ist eine erfunde Figur und spielt den Hauptcharakter in dem gleichnamigen Roman von Miguel de Cervantes. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden seine “Heldengeschichten” in zwei Teilen veröffentlicht. Die Geschichten sind so humorvoll, interessant und vor allem einfallsreich, dass die Story sogar noch heute verfilmt wird. Vor kurzem erst lief eine deutsche Verfilmung mit Christoph Maria Herbst auf Sat 1.Die bekannteste Geschichte dürfte wohl “Der Kampf gen Windmühlen” sein. Ist ja schließlich auch ein Sprichwort, dass heute noch gerne verwendet wird.
Die Aufgabe des Don Quijoten für die IHK Prüfung beinhaltete eine Stirn- oder Vollglatze zu kleben, eine passende Perücke dafür anzufertigen, oder abzuändern, so dass sich das Kleben der Stirnglatze auch rechtfertigt. Ich habe mich dann für große Geheimratsecken entschieden. Und rötliche Haare. Dazu dann einen Schnurr- und Kinnbart und eine falsche Nase.
Meine Nase habe ich in einem nächtlichen Anfall, so ca. 4 Stunden vor Prüfungsbeginn noch einmal bearbeitet. Ich dachte die Ränder seien zu dick und habe mit einem heißen Messer versucht diese abzuschwächen.
Leider habe ich damit alles nur noch schlimmer gemacht. Naja hier ist das Ergebnis. Eigentlich war ich ganz zufrieden, aber es hätte besser sein können!